Danke für Deine Aufmerksamkeit! Was ein wenig (angedeutete) Vulgärsprache so ausmachen kann – #lovit! Ganz an den Haaren herbeigezogen ist der Titel dieses Beitrags aber nicht, keine Sorge, dazu komme ich gleich.

Im Grunde ist Motivation eine super Sache, wäre sie nur nicht so kurzlebig. Mit Motivation verhält es sich manchmal so wie mit Alkoholkonsum. In einem Moment tanzt Du R. Kelly-mäßig beflügelt auf der Box Deines Lieblingsclubs und im nächsten Moment  – wenn die Wirkung des Alkohols nachlässt – suhlst Du Dich völlig verkatert mit PPD (Post-Party-Depression) in Deinem Bett und fragst Dich, wofür der Mist gut gewesen sein soll. Ich erinnere mich wage an die Sturm-und-Drang-Zeit meiner Jugend. So ähnlich funktionieren Motivationsschübe. Zu weit hergeholt?

Okay, noch ein Versuch, nimm’ Dir 2:28 Min. Zeit, dreh’ die Lautstärke hoch und zieh’ Dir in aller Ruhe folgende Trainingszene aus dem ersten Rocky Film rein:

Ich weiß nicht wie es Dir geht, aber wenn ich (als Kind der 80er) das sehe und höre, will ich mir direkt den ältesten und schmuddeligsten Jogginganzug anziehen, den ich finden kann, mir wie Rocky die Hose bis unter die Achseln hochziehen, mir meine abgelaufenen Chuck’s umschnallen und loslaufen. Die nächste Treppe ansteuern, hochsprinten und schattenboxen. Yeah! #Adriaaaaaaaaaan!

Die Realität aber ist, ich würde die Aktion spätestens nach den ersten 50 Metern bitter bereuen, mich fragen wofür der Mist gut sein soll, mir lächerlich vorkommen und kehrt machen. Bis dahin hätte sich meine Motivation nämlich schon wieder verflüchtigt. Motivation ist häufig nur ein Funken, ein Startschuss, vielleicht ein Weckruf, der sich manchmal sehr schnell und manchmal eher schleichend und sukzessive verflüchtigt.

Überfüllte Gyms zu Beginn jeden Jahres sind der beste Beweis dafür. Die erste Woche sind alle noch hypermotiviert, in der zweiten Woche hat sich die erste Euphorie schon gelegt, in der dritten Woche sieht das Ganze eher nach Zwang als nach Spass aus. Und so langsam leeren sich die Reihen und die Gymfrequentierung reguliert sich auf das Normalniveau herunter. Der Motivationstank ist scheinbar leer. Kurzes Aufbäumen zur Vorsommerzeit (Mission Bikini/Mankini) und das Spielchen beginnt von vorne im nächsten Jahr.

Wenn es darum geht kontinuierlich und regelmäßig Sport zu treiben, kannst Du Dich nicht allein auf Deine Motivation verlassen, denn dazu lieben wir alle unsere gewohnten Routinen und Strukturen viel zu sehr.

Und nu?

Gut, dass Du fragst, denn ich möchte Dir natürlich auch ein paar Tipps verraten, wie Du die Wahrscheinlichkeit am Ball zu bleiben zumindest erhöhen kannst. Nutze Deinen nächsten Motivationsschub um Systeme und Strukturen zu etablieren, die Dich unabhängiger von Deiner Motivation machen. Häh?

  1. Finde eine Sportart, die Dich nicht komplett abturned.
    Ich z.B. hasse joggen. Ich weiß, das klingt hart, aber so ist es. Es ist ja nicht so, als hätte ich es nicht oft genug versucht. Das ist mir persönlich einfach zu langweilig. Würde die halbe Stadt hinter mir wie hinter Rocky herlaufen und mich bejubeln, würde das bestimmt anders aussehen. Aber für mich ist das langfristig einfach nichts. Mir ist absolut klar, dass viele Menschen das anders sehen und das ist auch gut so. Wenn Dir etwas absolut keine Freude bereitet, dann wird es schwierig am Ball zu bleiben. Wenn es nicht anders geht, entscheide Dich für das geringste Übel.
  2. Mach Deine Trainingseinheiten zu einem festen Bestandteil Deiner Routine.
    Wenn Du Dein Training nicht fest in Deinen Wochenplan integrierst, wirst Du schon einen Grund finden, warum Du keine Zeit für Sport hast. Blockier’ die Zeiträume in Deinem Kalender, genauso wie Du Dir andere wichtige Termine notierst. Wenn Dir nichts anderes übrig bleibt als ein 15 Minuten-Bodyworkout vor dem Frühstück (z.B. Kniebeugen, Liegestützen, Situps), dann stell’ Deinen Wecker vor und steh’ 15 Minuten früher auf.
  3. Wenn Du ins Gym gehst, dann pack’ Deine Sporttasche schon am Vorabend.
    Wenn Du nach der Arbeit erst einmal nach Hause fährst und Dich womöglich noch kurz auf die Couch setzt, dann könnte Dich der Netflix-Teufel packen und nicht mehr loslassen.
  4. Gehe verbindliche Verabredungen ein.
    Finde einen Trainingspartner und verabrede Dich zu festen Zeitpunkten zum Sport mit ihm. Idealerweise findest Du jemanden, der routinierter ist als Du und der Dich mitzieht.
  5. Finde heraus, was Dich motiviert und verpass’ Dir regelmäßig eine Dosis davon.
    Wenn Du weißt womit Du Motivationsschübe auslösen kannst, kannst Du dieses Wissen gezielt einsetzen. Bestimmte Videoclips, bestimmte Songs, ein Bild von Borat im Mankini (als Abschreckung), was auch immer. Finde es heraus für schlechte Zeiten.

Halt’ durch, denn Erfolg macht süchtig.

Aller Anfang ist schwer, aber mit dem Erfolg kommt der Spaß. Je besser Du wirst (schneller, mobiler, breiter, dünner, stärker oder was auch immer Deine Sportart mit Dir machen soll), desto leichter wird Dir die damit verbundene Anstrengung fallen und Dein Sportprogramm wird zum Selbstläufer.

Du musst nicht gleich Dein Leben auf den Kopf stellen.

Wenn Du bei Null startest, dann musst Du nicht zum Leistungssportler mutieren. Du hast vermutlich andere Prioritäten und Verpflichtungen. Das Motto ist zunächst: Einmal ist besser als keinmal.

Was bringt Dich dazu am Ball zu bleiben? Hinterlass einen Kommentar!

Dein Tuncel

von Fitrating.de